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Landwirtschaft im Braunschweiger Land 2026

Landwirtschaft im Braunschweiger Land 2026

Agrarpolitik

Landvolk Pressedienst

Auf dem Foto von links: Karl-Friedrich Wolff von der Sahl (Vorsitzender Landvolk Braunschweig), Jörn Cramm (Vorstandsmitglied Landvolk Braunschweig), Manfred Walkemeyer (Kreislandwirt Braunschweig)

Wetterextreme treffen auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Ernte 2026 zeigt deutlich, dass nicht allein das Wetter die Landwirtschaft vor Probleme stellt. Die Hitzeperiode Ende Juni hat insbesondere beim Winterweizen zu einer zu frühen und abrupten Abreife geführt. Die Folge sind regional geringere Erträge und Qualitätseinbußen. Die Gerste konnte aufgrund ihrer früheren Reife vielerorts besser mit der Witterung umgehen.
Für die Betriebe kommt die schwierige Ernte zu einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Situation hinzu. Hohe Kosten für Betriebsmittel, Energie, Pachten, Maschinen und Reparaturen treffen auf starke Preisschwankungen und vielfach unzureichende Erzeugerpreise. Steigende Lebensmittelpreise im Handel kommen bei den landwirtschaftlichen Betrieben nur begrenzt an. Bei geringeren Erträgen verschärft sich dieser Kostendruck zusätzlich, weil die laufenden Kosten unabhängig von der Erntemenge bestehen bleiben.
Gleichzeitig nimmt der Anpassungsdruck durch den Klimawandel zu. Die Betriebe reagieren bereits mit angepassten Sorten, veränderten Bodenbearbeitungsverfahren und einer effizienteren Wassernutzung. Auch die Beregnung gewinnt an Bedeutung. Damit solche Anpassungen möglich sind, braucht es jedoch Investitionsfähigkeit und verlässliche Rahmenbedingungen.

Landwirtschaft im Braunschweiger Land besonders vom Getreide geprägt

Im Verbandsgebiet des Landvolks Braunschweiger Land werden auf rund 162.657 Hektar Ackerfläche etwa 50 Prozent mit Getreide bestellt. Weizen und Wintergerste gehören zu den wichtigsten Kulturen.
Auch in der Region Braunschweig spielt der Getreideanbau eine zentrale Rolle: Von rund 6.897 Hektar Ackerfläche entfallen etwa 2.563 Hektar auf Weizen und 549 Hektar auf Wintergerste. Die Auswirkungen der diesjährigen Witterung betreffen damit einen wesentlichen Teil der regionalen Landwirtschaft.
Zusätzlichen Druck erzeugen politische und internationale Rahmenbedingungen. Importierte Agrarprodukte dürfen nicht zu Wettbewerbsnachteilen für heimische Betriebe führen, wenn für deren Produktion in Deutschland deutlich höhere Standards gelten. Ebenso belasten zunehmende bürokratische Anforderungen die Betriebe.
Das Landvolk Braunschweiger Land fordert deshalb verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und faire Wettbewerbsbedingungen. Die Landwirtschaft kann sich auf Wetterextreme einstellen – dafür müssen die wirtschaftlichen Voraussetzungen jedoch gegeben sein.


Die Ernte 2026 macht deutlich: Das Wetter ist der Auslöser für Ertragseinbußen, die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aber entscheiden darüber, wie gut die Betriebe solche Jahre verkraften können.